Frankfurter Allwissende Zeitung

Schnorren, Schnaps und Schelmereien

Hungrige Räuber überfallen Lebensmittelmarkt in Jossgrund

Hungrige Räuber überfallen Lebensmittelmarkt in Jossgrund

Auszug aus der Frankfurter Allwissenden Zeitung vom 22. Juli 2019

Schellekloppes am hellichten Tag in der Burg

Jossgrund (FF) Am vergangenen Freitag, den 19. Juli 2019 wurden drei scheinbar ausgehungerte Räuber in Jossgrund gesichtet. Nachdem sie wie die Heuschrecken über Burgjoß hergefallen waren, machten sie sich über Pfaffenhausen auf den Weg ins Bayerische.

Die erste Anlaufstelle der drei Vagabunden war das Burgjosser Schloß, auch kurz „Die Burg“ genannt. In kindischer Manier versuchten die verlotterten Gesellen die Burgherren mit „Schellekloppes“ aus der Burg zu locken. Wir können mit Fug und Recht vermuten, dass es in ihrer Absicht lag, die Bewohner dann mit Waffengewalt zu bedrohen und auszuplündern. Aber die nicht-krankenversicherten Schmarotzer hatten Pech: am Freitag Nachmittag war natürlich kein Mitarbeiter des hessischen Fortamtes mehr im Büro. Und so antwortete auf den infantilen Streich auch niemand. Für die Räuber hieß das dennoch Glück im Unglück, denn ein hessischer Forstbeamter ist auf jeden Fall besser bewaffnet als diese drei Möchtegern-Gangster.

Nach diesem missglückten Raubversuch überfielen sie das Lebensmittelgeschäft direkt gegenüber der Burg. Sie raubten Schnaps, Pfeffersoße in Tüten und Toilettenpapier. Doch Ladenbesitzerin Lisa Schreiber brillierte durch ihre Zivilcourage. Die mutige junge Frau bot den drei abgewrackten Individuen Paroli und vertrieb sie mit den Waffen einer Frau aus dem Laden. Trotzdem ist ihr Schaden groß: eine Flasche Schnaps, eine Tüte Pfeffersoße und ein Beutel Toilettenpapier mögen als Verlust noch angehen, aber der furchtbare Gestank der Herumtreiber konnte nur unter Aufbietung modernster Technik aus dem Laden vertrieben werden. Herzlichen Dank allen Sponsoren von Bio-Lavendelsäckchen. Mittlerweile dufte ihr Laden lieblicher denn je, sagt die bemerkenswerte junge Geschäftsfrau.

Im Anschluss an dieses erneute Scheitern stürzten sich die Räuber auf das Symbol obrigkeitlicher Herrschaft und stürzten das System – leider auch nur symbolisch.

Räuber auf dem Thron

Danach verzogen sie sich aus dem wehrhaften Burgjoß um im Wald bei Pfaffenhausen Unterschlupf zu finden. Doch sie hatten sich auf eine alte Landkarte und nicht auf Google Maps verlassen und so mussten sie enttäuscht feststellen, dass die Grenze ins Bayerische mittlerweile viel weiter südlich verläuft. Von diesen vertrottelten Gesellen werden wir sobald nichts mehr hören.